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Mein Horror in der Dixcart Bay

Sark Island
 

Allein reisen macht Spaß. Mal so ganz für sich sein und nur das machen, worauf man selber Bock hat. Das ein oder oder andere kleine Abenteuer erleben, auch super. Es kommt jedoch früher oder später unweigerlich einmal zu dem Punkt, an dem Alleinreisende wünschten, sie wären nicht allein. Jeder hat seinen Schwachpunkt. Dem kann man nicht immer aus dem Weg gehen. Eben noch ganz gechillt dicht bewachsene Hänge entlanggekrakselt, um die beste Aussicht auf das Meer zu genießen, und ein paar Stunden später mit seinem persönlichen Erzfeind konfrontiert werden. Nichts für schwache Nerven.

Aber ich fange mal von vorne an. Es war ein sonniger Tag auf Sark, dem nahezu unberührten Eiland im Ärmelkanal. Ich machte mich auf den Weg eine neue Seite der Insel zu erkunden, Little Sark. Ich hatte mich bereits daran gewöhnt, dass die Wege nicht auf den ersten Blick klar erkennbar waren und stapfte also auch an diesem Tag unbekümmert durch die Pampa.

Als erstes wollte ich mir einen Dolmen ansehen, den ich dann auch hinter dichtem, grünem Bewuchs entdeckte. Die Aussicht war super, deshalb blieb ich noch eine Weile dort und genoss die Sonne und das Meer. Zurück ging es wieder durch das hohe Gestrüpp und ich machte mich, nach einer Pause mit Cream Tea, auf den Weg zu meinem nächsten Ziel: Dixcart Bay. Ein bisschen Plantschen und die Sonne genießen, das war der Plan.

 Fast fühlte es sich an, wie eine Dschungelwanderung, denn im Dixcart Valley zeigt sich Sark von seiner wahrscheinlich grünsten Seite, mit vielen Farnen, einem plätschernden Bach und wieder einmal nur einem Trampelpfad als Weg und Holzbrettern als Brücken. I like!

Dixcard Bay Sark

Und nach ein paar hundert Metern, die sich aufgrund einiger grüner Hindernisse viel länger anfühlten, erreichte ich also Dixcart Bay, mit einem Kieselstrand, ein bisschen Sand, einem kleinen Wasserfall, viel Sonne – nichtsahnend, dass ich in wenigen Augenblicken mit einem meiner persönlichen Horrorszenarien konfrontiert sein würde.

Dixcard Bax Sark

Ich setzte mich auf den Kies und betrachtete das glitzernde Meer. Ein kurzer Plausch mit ein paar Kajakfahrern. Und dann wollte ich natürlich die Wassertemperatur testen und zog meine Schuhe und meine Socken aus. Und da, in jenem Moment (hier setzt das Psycho Theme in meiner Erinnerung ein) erblickte ich den Horror! Entsetzen packte mich und ich musste mich zusammenreißen, nicht laut „Neeeiiiin“ zu schreien (ihr wisst schon, in Zeitlupe mit tiefer Stimme). Eine Zecke! An meinem Bein!

Ok, dachte ich, bleib cool! Überraschenderweise habe ich das sogar für ein paar Augenblicke geschafft und tatsächlich noch kurz die Füsse ins Wasser gesteckt.

Aber ich konnte den Blutsauger an meinem Bein nicht verdrängen. Schon seit ich klein war habe ich vor diesem Moment Schiss gehabt. Unser Hund hatte oft Zecken und ständig hörte ich, was für schreckliche Krankheiten die Viecher übertragen können.

Also machte ich mich auf den Weg zur Krankenstation. Ja, im Ernst, ich habe wegen einer popeligen Zecke die Krankenstation aufgesucht. Und glücklicherweise niemanden angetroffen. Die hätten mich wahrscheinlich laut lachend rausgeschmissen.

Ich musste also selbst mit diesem Ding fertig werden. Habe ich dann auch geschafft. Wie gut, dass es das Internet gibt. Ich habe natürlich gleich einen Hilferuf nach Hause abgesetzt und mich beruhigen lassen. Pinzette geschnappt und siehe da, das Zeckenvieh lies sich ganz easy entfernen.

Im Nachhinein erscheint mir das Ganze natürlich total lächerlich. Aber das war eben mein kleiner Horrormoment als Alleinreisende und ich bin froh, dass es nur eine Zecke war, die mich schockte. Jetzt habe ich jedenfalls keine Angst mehr vor den Blutsaugern!

Dixcard Bay Sark

Latest comment
  • Diese blöden .. kleinen… eckeligen Tierchen! Machen die nicht mal vor der schönen Insel Sark halt! 🙁 Aber trotzdem würde ich nach deinen Erzählungen unbedingt hinfahren wollen! Fazit: Urlaub war doch herrlich und Sch… auf die Zecke! 😉

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